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Dreigestirn - Eine Vorstellung in 3 Akten

"Dat iss der schönste Sonntach
in meinem Leben..."


Leeve fastelovendsjecke,
leev Oberjeckin
leev Bundesjeck,
leev Fründe un Famillisch,
liebe Gladberger und Bensbacher!
(so, damit haben wir das auch geklärt)

Trotz Wobo's schönem Versuch, uns als reinrassige karnevalisten zu verkaufen,
fragt ihr euch bestimmt noch,
wat haben die drei mit dem fastlovend zu tun?
Die sin (noch) in keinem verein, manche von den dreien sieht mer kaum, wat is da loss?

Am liebsten würde ich sagen: da wissen sie mehr als ich.

Also es war so:
ich bin sehr nett gefragt worden, und habe dann nach kurzen 6 Monaten reiflicher Überlegung spontan zugesagt.
Weil ich mir natürlich genau die gleiche Frage gestellt habe wie ihr, und wie dann auch meine zwei anderen Gestirne.

Aber dann passierte etwas Wunderbares:

Je länger wir überlegten, desto klarer wurde uns, wie weise, klug, prophetisch und voller Lebenserfahrung der innere Zirkel der Grossen Gladbacher wirklich ist.
Wir stellten nämlich alle drei fest:

Wir sind zwar keine getauften, aber im täglichen Leben radikal praktizierende Karnevalisten.

Nun stellt sich Euch die Frage:
Praktizierter Karnvelismus, was ist das?
Und wie machen die das?

Das wollen wir Euch jetzt kurz jeder einzeln präsentieren.

Jungfrau Doro

 

 

 

 

 

 

Aufgewachsen bin ich in Wermelskirchen - das bedeutet 19 karnevalsfreie Jahre - so lange, bis man den Führerschein hat und nach Dabringhausen fahren kann.
Wie ihr hier seht, wollen wir unseren Kindern dieses schwere Schicksal ersparen.
Wir wohnen in Sand - der Zug in Sand ist der schönste im Land, der geht nämlich an unserer Haustür vorbei und da muss man Kamelle auch nicht fangen, da werden sie einem in die Hand gelegt. Und die Konfettiproduktion meiner jüngsten Tochter mit dem Locher läuft schon auf Hochtouren.

Nun, für die kommende Session als Jungfrau habe ich viele Jahre geübt. Ich war schon mindestens fünf Mal Jungfrau.
Ich habe jahrelang für den WDR an Weiberfastnacht morgens von sechs bis neun eine Funksitzung für Frühaufsteher moderiert. Da haben wir Büttenredner, Tanzgruppen und Publikum mal ins Funkhaus, mal in den Bundestag, mal ins Kölner Rathaus eingeladen. Und für diese Moderationen haben mir die lieben Strünkers stets das Gladbacher Jungfraukostüm geliehen.
Hier zum Beispiel eine Radiosendung mit dem „begeisterten“ Franz Heinrich Krey (damals Bundestagsabgeordneter).
Naja, wie gesagt, es war sechs Uhr morgens...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eben noch klassisch korrekt gekleidet...
Hier weniger korrekt als Jungfrau mit Schiffchen statt Krone?! Dafür übe ich aber mit Kalle Pohl eifrig synchron schunkeln. Nach jahrelanger Übung habe ich das synchron schunkeln inzwischen tatsächlich gelernt. Ehrlich!

Hier musste ich umständehalber auf das Bauernkostüm ausweichen. Unsere älteste Tochter wurde vier Wochen später geboren....
Hella von Sinnen und Norbert Burger waren allerdings damals noch nicht schwanger. Auch wenn es so aussieht...

 

 

 

Übrigens: So richtig zum Karnevalsjeck bin ich in meiner Kölner Studentenzeit geworden. Da hatte ich sehr viel Kontakt zu ausländischen Studenten. Damals habe ich gemerkt, dass Karneval bestens geeignet ist, das Bild der humorlosen Deutschen zurechtzurücken. Das ist bis heute so geblieben. Jedes Aupair-Mädchen von uns war vom Karneval begeistert. In diesem Jahr haben wir eine junge Französin bei uns wohnen. Deren Freund aus Marseille kam sie zufällig über Karneval besuchen. Er hatte sich Deutschland ungefähr so vorgestellt: Regen, die Leute arbeiten immer und niemand lacht. Und dann kam er Weiberfastnacht am Kölner Hauptbahnhof an...
Das Problem ist nur: Was er erlebt hat, glauben ihm die Freunde in Marseille nicht.

 

 

Dieses Bild aus dem Jahr 1988 hat historischen Wert. Denn es beweist, dass Prinz Frank viel lieber Jungfrau geworden wäre. Es war hier Franziska und Doro war „Theo“.
Übrigens sitzen wir im Fenster des Informa-Verlags, der damals noch in der Hauptstraße über der Bäckerei Rehbach residierte und ein Heft herstellte, das „Freizeitbörse“ hieß. Heute heißt die Freizeitbörse „Franzz“, Franziska ist Frank und Theo Doro.... und einen Bauern haben wir auch.

Alles so, wie es sich gehört, denn Wolfgang Bosbach hat zu uns gesagt: „Ihr dürft alles ändern, was ihr möchtet, Hauptsache es bleibt, wie es immer war.“ Oder so ähnlich.

Bauer Philippe

 

 

Da die jecke Saison nicht nur dieses Jahr viel zu kurz ist, sind wir in meiner Tanz-Formation JazzLights bereits vor Jahren dazu übergegangen, uns über das ganze Jahr hinweg in den unterschiedlichsten Kostümen zu verkleiden und für das dankbare Publikum das Mariechen zu spielen.
Dabei betreiben wir Show-Tanz als Leistungssport und nehmen als Formation an nationalen und internationalen Tunieren teil.

Auf den Bildern sieht man deutlich, dass ich mich nicht nur durch den Spaß an der Freud, sondern insbesondere durch meine Figur zum Bauern qualifiziere.

 

 

 

 

 

 

Die traditionell wichtigste Aufgabe des Bauern ist jedoch von jeher die Gestaltung der Dreigestirn-Homepage.
Um mir den Traum einmal Bauer zu werden zu erfüllen, habe ich vor über 15 Jahren begonnen, mich Tag und Nacht mit Computern zu beschäftigen, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein.
Seit einigen Jahren leite ich nun die eigene Firma Compuphil und hoffe damit ausreichend Refahrung gesammelt zu haben, um die neue Web-Seite www.GL3gestirn.de betreuen zu können.

Eine Neuigkeit wollen wir dieses Jahr auf dieser Web-Seite einführen:
Das virtuelle Bützen!

So ist jeder eingeladen, uns auf unserer Web-Seite zu besuchen und uns virtuelle Bützcher zu hinterlassen, die wir dann bei nächster Gelegenheit leibhaftig erwidern werden.

 

Prinz Frank I.

Ja, also bei mir konzentriert sich der praktizierte Karnevalismus sehr stark auf mein Berufsleben. Dieses "Management by Karneval" stellt sich dann in unserer Firma wie folgt dar:

 

 

Da ist zunächst mal meine Hofburg!
Die steht jetzt schon seit 8 Jahren da rüm,
und fungiert als Aussenposten des Gläbbischer Fasttelovend in Feindesland.
Jut, et is immer noch schäl sick,
aber man sollte ich in kleinen Schritten dem grossen Ziel nähern.

Dann sin da unsere Luftschlangen un Kamelle!
Ihr seht, wie schön man das verwenden kann.
und ich kann auch janz frei jetzt hier was rumwerfen, weil ich janz sischer bin,
dass keiner von euch in eurem leben jemals sowas brauchen wird!

 

 

 

 

Kostümieren wird bei uns auch janz gross geschrieben. Dieses Kostüm lässt auch schon die heutige Prinzenrolle erahnen, auch wenn ich hier nur den Prinzen im Urwald gebe.

Und mit dem nächsten Bild muss ich leider meiner Vorrednerin Recht geben:
Die Jungfrau hat mich stark jejuckt!
Was man hier auch sieht ist meine verhängnisvolle Neigung zum quasi-melodiösen Rezitieren eigener Texte. Es könnt sein, das ihr davon während der Session das eine oder andere zu hören bekommt.
Deshalb upjepass an alle:
Ohropax immer am Mann!

 

 

 

 

 

 

Es gibt weiterhin eine grosse Parallele von Euren Vereinen zu unserer Firma, und das ist das Prinzip der ehrenamtlichen Arbeit!
Wir ham et nit so mit Löhnen und Gehältern..is ja klar ... sonst könnt ich diesen Quatsch hier janit machen...
dafür verteilen wir aber jedes Jahr wunderschöne Orden!!!
Hier sieht man, wie ich einem verdienten Mitarbeiter die Urkunde zum "Mitarbeiter des Jahres" verleihe, und wie der Mann sich freut, ne!

Ja und zum Schluss muss erwähnt werden mein unermüdlicher Einsatz im Missionswerk Gläbbischer Fastelovend.
Hier sehen sie, auch nicht retouchiert, igus Manager aus über 20 Ländern auf der Jahrestagung 1999.
Wir tragen so den Fastelovend bis in die letzten Winkel dieser Welt.

 

 

 

 

 

Und das ist nicht immer leicht.

Dazu muss man Platt schwade können.

Auf Englisch!

Der Rheinisch Bergische Mensch ist natürlich von Natur aus global und ein Kosmopolit. Das hört sich dann ungefähr so an:

D: Prince..not a prince...

Inder: Princes, princesses

Ital: Princess....Jungfrau - Virgine--fantastico not a prince.

UK. Oh, Prince Charles

Ch: cost a lot of money, oder.

USA: I need a damned drink. Gimme a drink!!

D: Jenau! Drink!

Und am Ende müssen alle Manager das schöne Lied singen können:

"Drink doch eene met"

 

So jetz kütt der ernste Teil!

Ich hoffe, dass wir nun einigermassen überzeugend darlegen konnten, wie wir drei karnevalistisch gerüstet sind. Und das müssen wir auch sein,
denn wir haben eine riesengrosse Aufgabe mit einer schweren Verantwortung vor uns.

Wat mer wolle is janz einfach:
janz kräftig mitfiere. Un wo mer könne, unsern Teil zum Gelingen aller Festivitäten beitragen.

Un et jibt sovill zu fiere in unserer Stadt!

(Zunächst mal kann man in diesen bewegten Zeiten froh sein, wenn man überhaupt feiern darf.
Aber dat wolle mal janz schnell in die rheinisch -bergische Optimisten- Ecke schieben, die da heisst "Et hätt noch immer joot jejange.")

Gestern konnten wir es in der Zeitung aus berufenem Munde lesen:
Willbert Krüger sagt, "Bergisch Gladbach ist die schönste Stadt der Welt!"

Wir fügen etwas hinzu, worauf wir als Gladberg-Bensbacher besonders stolz sin, un was man janit jenuch fiere kann:
"Bergisch Gladbach hat die grössten Jecken der Welt"

Wir in Bensbach Gladberg, in unserer zusammengewürfelten Stadt im winkligen Bergischen Land, sind vielleicht die grössten und fröhlichsten Individualisten der Welt, und haben wahrscheinlich die grösste Dichte an Individualisten pro Quadratmeter. Oder, wie man hier für Individualisten sagt, "Mer han unheimlich vill Originale."

Guckt Euch doch alleine mal hier im Raum um, der is schon voll von Originalen:
Franz Heinrich Krey, Wilma Kürten, Wobo, MTO, Fritz Roth, Peter Müller, und all die Originale, die wir in der letzten Zeit schon kennenlernen durften wie zum Beispiel Gerd Kombüchen, Peter Kunsnierz, und alle hier im Saal, die wir noch kennenlernen werden, un all die, die nit hier sin.

Ihr alle prägt diese Stadt, und gebt ihr ihre drei schönsten Eigenschaften:
Humor, Freiheitsliebe, und Fleiss.
Un dat wed jefiert!!

Wir sind von ganzem Herzen stolz, in einer solchen Stadt das Dreigestirn sein zu dürfen.
Mer werden uns die allergrösste Mühe geben, unsere Stadt und Euch gebührend zu feiern.

Un weil die Stadt soviel Humor hat,
un weil die Grosse Gladbacher nächstes Jahr ihr 75 jähriges Bestehen feiert, haben wir uns getraut,
unsere Regentschaft unter ein privates Motto zu stellen:

"75 Johr Fastelovend sin jenoch-
jetz wed jefiehrt!"

Lasst Euch überraschen.
Mer han e paar Bonböncher für Üch parat,
die aber mer ävver nit verrode.
Proklamation is am 10. Januar,
do sin mer uns all widder.
un dann jedet loss!

Bis dahin,
kräftig vorfiere,
mit Dreemol
Gläbbisch - Alaaf
Bensberg - Alaaf
Fastelovend - Alaaf!